Hier mein analytischer Lösungsweg über den Entscheidungsbaum:
Zur besseren Anschaulichkeit nehmen wir einmal an, dass in der relevanten Ziehung die Zahlen 49, 48, 47, 46, 45 und 44 (in dieser Reihenfolge) gezogen werden (macht den Entscheidungsbaum übersichtlicher). Der zugehörige Entscheidungsbaum beinhaltet 6 „Stufen“ die für die 6 Ziehungen der Gewinnzahlen stehen. Der vollständige Baum umfasst also alle möglichen Ziehungen von denen der unterste Ast (Entscheidungsweg) bei unserer Ziehung die 6 Richtigen abbildet (wenn man den Baum horizontal anordnet). Die Frage ist jetzt nur noch: Wie viele Äste gibt es, die insgesamt 5 Richtige enthalten. Natürlich gibt es die 43 Äste über dem untersten Ast die bis zur 6.Stufe auf dem gleichen Entscheidungsweg lagen (also die ersten 5 Gewinnzahlen beinhalten - was dem Alternativbeispiel der Live-Ziehung und der Wette vor der Ziehung der sechsten Gewinnzahl entspricht).
Aber!
Es gibt in dem gesamten Entscheidungsbaum noch viele weitere Entscheidungswege die insgesamt 5 Richtige enthalten! So würde z.B. der Tipp 1, 44, 45, 46, 47, 48 direkt auf der ersten Stufe vom oben beschriebenen Entscheidungsweg abweichen aber bei den folgenden Ziehungen (Stufen) die notwendigen 5 richtigen Gewinnzahlen noch erreichen. Da der gesamte Baum alle(!) möglichen Kombinationen enthält müssen wir nur ermitteln wie viele Entscheidungswege von dem 6-Richtige-Weg unmittelbar(!) abzweigen, denn jeweils einer dieser abgezweigten Wege wird 5 Richtige erreichen.
In jeder Stufe (bei jeder Ziehung) entstehen genau 43 Abzweigungen vom 6-Richtige-Entscheidungsweg (in unserem Beispiel die Zahlen 1-43 die überhaupt nicht gezogen werden). Somit sind die Anzahl der Äste die insgesamt 5 Richtige aber keinen 6-er beinhalten:
6*43 = 258
Diese setzt man dann ins Verhältnis zu dem einen Weg der 6 Richtige beinhaltet und erhält das Chancenverhältnis für die „Faire Wette“.
Wichtig ist mir bei dieser Herleitung folgende Aussage:
Zitat:
In jeder Stufe (bei jeder Ziehung einer Gewinnzahl) entstehen genau 43 Abzweigungen vom 6-Richtige-Entscheidungsweg (in unserem Beispiel die Zahlen 1-43 die überhaupt nicht gezogen werden).
Stimmt diese Aussage?
Bei der Ziehung der ersten Gewinnzahl sind es doch schließlich 48 Kugeln die (noch) nicht gezogen werden…
Diese Aussage stimmt deshalb, weil die untergliederten Entscheidungswege der (5) Zahlen die nicht sofort sondern später gezogen werden und ebenfalls 5 Richtige (oder gar 6 Richtige) enthalten nur „Scheinlösungen“ im Entscheidungsbaum darstellen, d.h. sie sind vom Tipp her identisch mit einem anderen Entscheidungsweg. Sie sind nur bzgl. der Ziehungsreihenfolge unterschiedlich (was beim Lotto „6 aus 49“ nicht zählt).
Insbesondere der letzte Punkt könnte evtl. für etwas Konfusion sorgen (und genau diesen Punkt habe ich meinem Freund auch nicht wirklich vermitteln können). Das Ergebnis scheint jedenfalls korrekt und vielleicht fällt ja jemandem hier im Forum eine anschaulichere Erläuterung für die ermittelte Gewinnwahrscheinlichkeit ein.
vitti hat geschrieben:
0,0018450 / 0,0000071511 = 258,002265
also nehme ich die wette nicht an - du bietest mir 50:1 - ich bräuchter aber n bisschen mehr als 257:1
Der Quotient gibt doch an wie viel Mal mehr Fälle es von dem einen als von dem anderen gibt. D.h. 258 Fünfer und 1 Sechser. Insgesamt also 259 Fälle und das entspricht meinem Ergebnis (und nicht 257 : 1). Diese Ungenauigkeit ist aber in diesem Beispiel sicherlich zu vernachlässigen
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