Hallo zusammen
Wie versprochen, ist hier der TR zur Abireise.
Vorgeschichte: Ursprünglich wollten wir und eine anderen Klasse, die wir sehr mögen, zusammen auf der Abireise Ende September nach Amsterdam fahren. Es sah auch gut aus bei denen, doch wegen einer Stimme hat es nicht geklappt und sie mussten nach Belgrad, was ihnen nicht so gefiel. Da ich nun aber einer meiner besten Freunde und zwei gute Kolleginnen in dieser Klasse sind und masslos enttäuscht waren, schlug ich ihnen vor, dass wir diesen Sommer einfach zu viert privat nach Amsterdam gehen. Dies haben wir getan und es war verdammt fantastisch (TR?).
Deshalb kannte ich nun im Herbst die Stadt schon sehr gut.
Vortag (Dienstag):
Wir sollten den Nachtzug nach Amsterdam nehmen und am Morgen in der holländischen Hauptstadt ankommen. Uns begleiten sollten unser 65 Jähriger Biolehrer (ein verdammt guter Typ!) und seine Frau. Die Klasse traf sich vor der Abreise in einem coolen Pub beim Bahnhof. Dann gings gegen 20:00 Uhr in den Zug und wir bezogen unsere Abteile. Da gabs schon ein Problem: Wir waren fünf Jungs und 1 Frau in dem Ding, aber es war einfach viel zu klein. Ausserdem hatten die anderen fünf riesen Koffern dabei (die sie obv. nicht brauchten) und sie konnten die Dinger nirgends unterbringen. Ich hatte mit meinem kleinen Koffer keine Probleme. Na jedenfalls hatte ich meine Flasche Absolut dabei und die anderen ihr Zeug. Zudem hatte eine aus der Klasse einen ganzen Boarder-Rucksack voller Alkohol dabei. Es war also relativ heftig. Wir fuhren Richtung Deutschland und verleibten uns die Getränke ein. Ich trank nur meine 0.7 Flasche Absolut und hatte die bis ca. 02:00 Uhr geleert. Hier muss ich anmerken, dass ich aus irgendeinem Grund verdammt trinkfest bin und deshalb nur ein wenig angetrunken war, also nichts Schlimmes. In Deutschland konnte ich mich nicht zurückhalten und die ganze Zeit aus „Deutschland. Ein Wintermärchen“ zitieren. Wir redeten zu 10. in einem viel zu kleinen Abteil, hörten leise Musik (um die anderen Reisenden nicht zu stören) und hatten eine tolle Zeit. Als wir in Mannheim waren, hatten wir 1 Stunde Aufenthalt. Das war eben so gegen 02:00 Uhr. Dann sind 2 von uns in die Stadt gegangen und haben dort einen Club gefunden, der anscheinend recht toll war. Ich ging nicht mit, da ich Angst hatte, den Zug zu verpassen. Ich erhielt dann aber ständig SMS aus Belgrad und antwortete darauf immer mit modifizierten Faustzitaten. Gegen 05:00 Uhr schliefen wir dann mal und um 10:00 Uhr kamen wir in Amsterdam an.
Mittwoch (1. Tag):
Wir bezogen also das Hotel, schliefen ein wenig und dann begann das Kulturprogramm. Wir liefen durch die Innenstadt und ein paar Schüler erzählten jeweils was zu gewissen Dingen.
Es war noch witzig, denn in Amsterdam sind die Fahrradfahrer extrem zahlreich und ziemlich rücksichtslos, so kam es, dass viele meiner Klasse mehrmals fast überfahren wurden.
Am späten Nachmittag waren wir dann fertig und alle wollten ins Hotel, um noch ein wenig zu schlafen. Ich liebe aber die Stadt und so lief ich noch ein wenig herum und sprach mit Holländern (sehr nette Leute imo) und Touristen (ich traf viele Schweizer). Ich kehrte am Abend ins Hotel zurück und wir gingen zusammen essen. Wir gingen zu einem Restaurant, das ich vom Sommer her kannte: Es ist ein Wok-Imbiss, bei dem man sich seinen Teller zusammenstellen kann und dieser wird sofort frisch zubereitet. Es hat viele Vorteile: 1. Ist es gesund, da es frisch und absolut fettarm ist und viel Gemüse hat. 2. Ist es wirklich gut gekocht (imo kann ich das beurteilen). 3. Ist das Preisleistungsverhältnis sehr gut. 4. Ist es schnell. Dann ging die ganze Klasse zusammen in den Ausgang, nur konnten wir uns auf nichts einigen und so gingen wir in ein paar gute Bars, was aber nicht wirklich abging.
Gegen 01:00 Uhr kamen wir schon ins Hotel zurück und gingen schlafen. An diesem Abend war irgendwie der Wurm drin.
Donnerstag (2. Tag):
Nachdem gewisse Leute aufstanden und schon einen bösen Kater hatten, ging es mir perfekt (ich hatte bisher noch nie einen). Allerdings waren das Kissen sowie die Decke des Klassenkameraden, der über mir schlief, in meinem Bett (wtf?). Wir gingen wieder Stadt anschauen und besuchten das Anne Frank Haus, welches ein Kollege und ich vorstellten. Anschliessend sind wir noch zum Homo-Monument gegangen (ja, das musste sein!) und dann noch ins Rijkmuseum. Am Nachmittag sind wir shoppen gegangen. Nachher wollten ein paar Leute Strassenbahn fahren, um was von der Stadt zu sehen. Ich war sofort dabei. Während der Fahrt winkte ich ständig vorbeifahrenden, hübschen Fahrradfahrerinnen und sie winkten mir immer zurück. Dann machten auch 2 andere Männer meiner Klasse mit, aber denen winkte niemand zurück, lol. Ausserdem sahen wir sehr viele sehr schiefe Gebäude, die abgesackt waren. Zu Beginn war das ziemlich unterhaltsam. Ein paar sind dann in einen Coffeeshop gegangen, aber ich nicht, da ich nicht kifffe.
Am Abend fuhren wir dann in den Norden und besuchten zuerst das Rotlichtviertel. Ich versuchte für einen Kollegen einen Preis von 20 Euro zu verhandeln und schaffte es nach einigem Diskutieren auch bei der 6. Dame, doch wollte er nicht. Naja, was solls, ich würde es ja auch nicht tun.
Nachher sind wir dann zum grössten Club Amsterdams gegangen, da es aber noch früh war (22:00 Uhr), gingen wir zuerst noch in einen anderen, in den wir gratis herein kamen, der aber relativ leer war, aber der DJ war cool. Wir haben dort ein wenig getanzt, sind dann jedoch in den anderen Club. Der heisst „Escape“ und ist wirklich sehr zu empfehlen. Wir blieben dort ca. 3 Stunden und hatten irre Spass. Die Musik war toll, der Club recht voll und es herrschte eine wahnsinns Stimmung. Wir verstreuten uns zwar oft, trafen uns dann aber doch wieder. Zwischendurch tanze ich mit ein paar Frauen, wir küssten uns ein wenig und dann kam einer von meiner Klasse von hinten und schrie mir „PIM PAM PIM PAM“ ins Ohr. Daraufhin verliess ich die andere und wir suchten die anderen meiner Klasse und so schrien 10 Leute synchron „PIM PAM PIM PAM“ gegen den DJ. Das hat folgende Bewandtnis: Wir lernen alle zusammen Spanisch und finden die spanischen Kabarettisten „Crackovia“ sehr gut. Diese machen die spanischen Sportler fertig, ganz besonders den Real Madrid Spieler Guti. In den Clips ist er voll das Party-Tier und geht in der Disco total ab und schreit immer „PIM PAM PIM PAM DALE DALE VENGA VENGA TOMA TOMA etc.“.
Dies sieht man z.B. hier:
http://www.youtube.com/watch?v=6rUCVT8W ... esh+div-HM
http://www.youtube.com/watch?v=Emjv6GJPtMw
Dann war es 04:00 Uhr und der Club schloss und wir gingen nach Hause.
Freitag (3. Tag):
Der Morgen war wieder gleich: Katerleichen beobachten und Kultur. Am Nachmittag blieben wir ein bisschen in einem Park.
Später trafen wir im Hotel ein paar Bayern. Sie fanden unseren Akzent, bzw. Dialekt, sehr witzig. Dann sagte ich ihnen aber, dass sie auch nicht gerade Deutsch sprechen würden. Das fanden sie sehr witzig. Ich meinte es auch nicht böse, da ich Bayern mag (meine letzte Freundin kommt z.B. aus München).
Als ich dann in unser 5-er Zimmer (wir sind 5 Jungs, 10 Frauen) kam, musste ich feststellen, dass ein riesen Chaos herrschte: Überall lagen die Kleider der anderen herum und einer hatte angefangen, vorher gekaufte Trauben herum zuschmeissen. Ich wurde da einigermassen wütend, weil ich sagte, dass wir noch zwei Tage in diesem Zimmer sein würden und dass doch so ein Chaos eine Katastrophe sei. Allerdings war ich sehr konsequent: Einer war nicht da, er war am Kiffen. Wir gingen daraufhin zu seinem Bett und leerten eine Tüte Chips darauf aus und legten ein paar Trauben unter seine Matratze. Als sich ausserdem einer von uns Vieren verletzte, trocknete er die Wunde an der Unterseite der Decke des anderen. Nachher bedienten wir uns an seinen Kleidern.
Am Abend haben wir uns zuerst alle in unserem Zimmer getroffen und die anderen wollten sich besaufen. Dies ist bei den meisten auch geschehen, mir ging es aber aufgrund der Trinkfestigkeit wunderbar. Natürlich würde das Bett des anderen wieder mit Alkohol vollgemacht. Aber eine Frau meiner Klasse war ziemlich betrunken und sie schütte mir einen Becher Blue Curacao voll über mein weisses Hemd, das war also nicht mehr für den Ausgang zu brauchen.
Nachher sind wir dann wieder als Klasse an den Leidseplein gegangen und haben die Holländer gefragt, wo denn heute die Party sein würde. 5 Leute empfohlen uns einen Hip-Hop-Club und wir gingen dorthin. Der war scheiss teuer (15 Euro!). Als wir reingingen, war dort allerdings tote Hose. Toll -.-. Eine Kollegin und ich setzten uns auf ein Sofa. Ich wollte im Halbdunkel meinen Ellbogen auf der Seite aufstützen, doch war da ein Kuchen und mein Hemd war natürlich ruiniert (das 2. an diesem Abend!). Ich regte mich ziemlich auf, sie fand das aber witzig und fütterte mich mit dem Kuchen (dazu gibt’s lustige Bilder).
Jedenfalls waren wir bald wieder aus diesem Club weg und die Hälfte ging in einen Salsaclub und ein paar andere und ich in einen Houseclub (ich bin kein guter Salsatänzer und mag es auch nicht so). Der Club war dann aber sehr gut: Toller DJ, nette Leute und bumsvoll. Ich war drinnen „beschäftigt“ als zwei von unserer Klasse vor dem Club immer hin und her rannten und komplett betrunken „PIM PAM PIM PAM“ schrien. Ich ging dann gegen 03:30 mit zwei anderen von unserem Zimmer zurück ins Hotel. Die Herumränner blieben noch. Wir waren im Zimmer gerade eingeschlafen, als wir auf dem Flur nur hörten „PIM PAM PIM PAM DALE DALE VENGA VENGA TOMA TOMA“. Die anderen beiden waren zurück und der eine schrie das ganze Hotel zusammen und schlug an die Wände. Ich sagte ihm 1000000 mal, dass er ruhig sein sollte, doch es wurde immer schlimmer. Ich wollte schlafen und dachte auch an die anderen Gäste und war kurz davor, ihm eine zu scheuern, dann hörte er aber doch noch auf.
Samstag (4. Tag):
An dem Morgen ging es vielen ziemlich beschissen und bei der Stadtbesichtigung merkte man das auch, ich war hingegen fit wie eh und je. An diesem Morgen hat dann aber unser Lehrer dem einen gesagt, dass er nicht das ganze Hotel zu unterhalten brauche (er meinte PIM PAM!). Das Witzige: Er schlief im 4. Stock und das Theater war bei uns im 1. Stock und er hörte es!
Am Tag gingen ein paar wieder in Coffeeshops und die anderen waren am shoppen oder am Stadt erkunden. Ich schloss mich letzteren an.
Am Abend ging die gesamte Klasse noch mit dem Lehrer essen und dann gingen ca. 2/3 auf eine sogenannte Pubcrawl. Für die, die es nicht kennen: Man bezahlt einen kleinen Fixbetrag und man kommt mit einer Gruppe einen ganzen Abend gratis durch viele Clubs und Bars und kriegt überall gratis Getränke. Die ersten beiden Bars waren nicht gerade toll und praktisch nur wegen der Pub Crawl voll.
In der 3. Bar sprach ich dann zwei hübsche Schweizerinnen an und wir tanzten uns durch die nächste Bar. Nachher kamen wir in den Club vom Vorabend und dort war wieder eine hammer Stimmung. Die eine und ich küssten uns dort ziemlich heftig und machten dann noch mehr und gingen auch so ziemlich ab. Als sie dann kurz auf die Toilette ging wurde ich innert kürzester Zeit von mehreren Schwulen angemacht, was mich nicht gerade erfreute. Nicht, dass ich ein Problem mit denen habe, aber ich mag nur Frauen und die haben uns zwei vorher genau gesehen, naja. Der Abend ging anschliessend eigentlich genau so toll weiter, doch ich erwischte ein Bier, dem irgendwas beigemixt war und mir wurde plötzlich unglaublich schwindlig. Ich hatte mich da schon verabschiedet von ihr und ich kam so gegen 04:30 ins Hotel zurück und kippte aufgrund dieses Getränks im Zimmer fast um, das war nicht schön. Auf dem Weg hatte ich übrigens noch die Bayern getroffen. Leider weckte ich die anderen, welche schon am pennen waren. Dann wurde es aber noch witzig: Unsere Frauen hatten allesamt in Amsterdam nie die Orientierung gehabt, wir Männer schon. Jedenfalls rief mich dann eine Kollegin an und sagte, sie sei am anderen Ende der Stadt und habe soeben 50 Euro für ein Taxi dorthin bezahlt und keine Ahnung, wie sie zum Hotel käme. Ich bot ihr an, sie abzuholen, aber dann sagte sie, sie versuche es alleine. Sie schaffte es dann auch mit weiteren 30 Euro.
Sonntag (5. Tag und Abreise):
Auch an diesem Morgen gings mir ausgezeichnet, doch einer war nur noch am kotzen und totenbleich. Dann packten wir. Am Vortag hatte einer von uns einen Einkilosack Erdnüsse gekauft. Ich hatte beim Packen etwas Witziges gesagt und wurde deshalb mit einer Erdnuss beworfen. Daraufhin warf ich zurück und traf aus Versehen einen anderen und dann brach einfach so eine gigantische Erdnusschlacht los (es gibt 2 Filme dazu), welche 3 Minuten dauerte. Am Ende war das ganze Zimmer voller Erdnüsse und man konnte nicht mehr laufen, ohne auf so eine Nuss zu treten.
Anschliessend gingen wir in ein Hallenbad und brachten mit diversen Regelverstössen die Bademeister zum Ausrasten. Anschliessend besichtigten wir noch den Hafen und fuhren um 20:00 Uhr mit dem Nachtzug wieder zurück. Ich schlief sehr bald und verzichtete anders als die anderen auf Alkohol, weil ich fit zu Hause ankommen wollte.
Es war also eine geniale Reise und Amsterdam ist eine der besten Städte der Welt!
Cliffs 4 Bambi:
-Super Reise
-Gut überstanden
-Super Stadt
-Anscheinend kann mir Alkohol praktisch nichts anhaben.
-PIM PAM!