Zitat:
Ich hoffe nicht, dass ich mich mit diesem Post lächerlich gemacht habe, aber ich denke bzw. hoffe, dass hier der eine oder andere mit dem gleichen oder ähnlichen Problem da steht.
Kein Sorge. Das Problem haben die meisten Studenten an den Unis noch.
Hier ein paar Tipps, wie ich mein Jurastudium Lerntechnisch bewältigt habe und die sich auch beim Pokern etabliert haben.
1. Mach dir einen richtigen Stundenplan wie in der Schule. Klingt blöd, ist aber sehr effektiv. Plane dir feste Zeiten fürs Lernen ein aber auch für Freizeitdinge. Lernen und Fun sollten dabei in Balance stehen. Wenn man an der Uni ist, dann hat man sowieso oft Lernzeiten, die den ganzen Tag dauern. Beim Pokern hat sich das Verhältnis von 70-80% spielen und 20-30% Lernen bei mir bewährt. Dabei solltest du deine zur Verfügung stehende Zeit realistisch einschätzen.
2. Erstell dir einen Lernplan. Was willst du wann machen. Das muss nichts ausgefeiltes sein. Es reicht, wenn du festlegst welche Quellen du wann nutzen willst. Das wird sich oft ändern, weil du erst mit zunehmender Erfahrung herausfindest, wie viel du in welcher Zeit schaffen kannst und was sinnvoll ist.
3. Sei Konsequent in der Umsetzung. Hast du dir 1,5 Stunden Lernzeit eingeplant, dann halte sie auch ein. D.h. Fernseher aus und alle Störquellen entfernen. Gelingt am Anfang vielleicht nicht sofort, weil man nicht gewöhnt ist, sich auf eine neu Sache so lange zu konzentrieren, wird aber besser.
4. Mr. Miyagi (Karate Kid) sagen: nicht die Quantität der Techniken zählt, sondern die Qualität. Es nutzt dir gar nichts, wenn du dir z.B. ein Vid ansiehst und es einfach an dir vorbei läuft. Es ist tausendmal besser ein Video sehr ausgiebig analysiert und tatsächlich verstanden zu haben, als 100 Vids einfach nur angeschaut haben. Bei mir dauert die Analyse von 1 Stunde Video insgesamt 4-5 Stunden, weil ich jede Hand und jedes Wort auseinander nehme. Die ausführliche Analyse dauert vor allem am Anfang sehr lange und vielleicht hast du nicht die nötige Geduld, aber auch das ist eine Fertigkeit, die man lernen muss. Mit zunehmendem Wissen wird es schneller gehen.
5. divide et impera. Du musst nicht alles auf einmal machen. Teil den Lernstoff in überschaubare Einheiten, höre auf, wenn die Zeit vorbei oder das Thema durch ist und mache erst beim nächsten Mal weiter. Ist der Berg an Lernstoff zu groß, dann hat das Auswirkung auf die Motivation, weil man leicht dem Glauben verfallen könnte, dass man das eh nicht schafft. Gut Ding will Weile haben und kleine Portionen verdauen sich besser.
6. Repetitio mater studiorum est. Machst du Dinge nur einmal, dann geraten sie schnell in Vergessenheit. Es ist nützlich, seine Aufzeichnungen etc am nächsten Tag noch mal anzusehen und die Dinge zu wiederholen. Vielleicht auch ein drittes mal.
7. Ziehe eine Brücke zwischen Theorie und Praxis. Wenn du ein theoretische Konzept gelernt hast, dann versuch Beispielhände zu finden, damit du es in der Praxis siehst. Guckst du dir eine Hand an, dann versuche die dahinter stehenden theoretischen Konzepte zu verstehen.
8. Finde Schlüsselstellen. Guckst du dir z.B. eine Hand an, dann versuche zu verstehen, welche Bedingungen sich verändern müssen, damit du z.B. eine andere Line wählen musst. Z.B. Fish gegenüber Reg bei einem bestimmten Board.
9. Zuletzt: Belohnung und Entspannung. Alles hilft nichts, wenn du nicht mal ausruhst, Spaß hast und dich mal für deine Mühen entlohnst.
So, das sind die ersten Ideen, die mir so gekommen sind. Klingt alles mühelvoll und ist es am Anfang auch. Aller Anfang ist schwer. Es wird aber besser.