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Rückblick - Das Pokerjahr 2011
03.01.2012

Rückblick - Das Pokerjahr 2011

Rückblick - Das Pokerjahr 2011

Inzwischen ist das Jahr 2011 Geschichte und wir befinden uns in 2012. Damit ist also spätestens jetzt die Zeit angebrochen, um auf ein bewegendes Jahr zurückzublicken. Während vor allem Spieler in den USA aufgrund des Black Friday und seinen Folgen eher von einem schlechten Jahr 2011 sprechen dürften, blicken Pokerfans hierzulande auf ein erfreuliches Jahr zurück. Immerhin schaffte es der in Wien lebende Bonner Pius Heinz als erster deutscher Pokerspieler, den WSOP Main Event zu gewinnen. Zudem durften sich auch andere Spieler wie Benny Spindler oder Ronny Kaiser über große Erfolge freuen.

Wie in jedem Jahr stand Anfang Januar das PokerStars Caribbean Adventure als erster Höhepunkt an. Neben den Siegen von Galen Hall beim Main Event und Eugene Katchalov beim Super High Roller Event brachte das Poker-Highlight auf den Bahamas auch eine Enttarnung. Denn der PokerStars Team Pro Isildur1 wurde offiziell vorgestellt. Dass es sich dabei um den Schweden Viktor Blom handelte, war allerdings keine sonderlich große Überraschung. Ansonsten triumphierte David Gorr bei den Aussie Millions 2011, Lucien Cohen siegte bei der EPT Deauville und online waren es noch die Full Tilt Pros wie Tom „durrrrr“ Dwan oder Gus Hansen, die es ordentlich krachen ließen. Im Februar triumphierte Alessio Isaia bei der WPT Venedig, Peter Eastgate kehrte an die Pokertische zurück und Marvin Rettenmaier sorgte für den ersten der beachtlichen deutschen Erfolge in 2011. Der Titan Poker Pro gewann die France Poker Series. Die EPT Snowfest 2011 in Saalbach-Hinterglemm ging bei ihrer vorerst letzten Austragung an den im deutschen Sprachraum bestens bekannten Vladimir Geshkenbein, während bei der WPT Wien im März Dmitry Gromov erfolgreich war.

Im April 2011 sollten die Schlagzeilen zunächst Roberto Romanello, der sich bei der WPT Bratislava durchsetzte, und Vanessa Selbst gehören, die ihren Erfolg bei der NAPT Mohegan Sun wiederholte. Doch auch der Erfolg von Ben Wilinofsky aus Kanada bei der EPT Berlin 2011 sollte nicht als das Ereignis in diesem Jahr hängenbleiben. Vielmehr wird das Jahr 2011 insbesondere mit einem anderen Geschehen aus dem April dieses Jahres für immer in Erinnerung bleiben: dem Black Friday. Denn am Freitag, den 15. April 2011 gingen die US-Justizbehörden gegen PokerStars, Full Tilt Poker und Absolute Poker/UB.com vor. Elf Manager dieser Pokerräume wurden wegen Betrug, Geldwäsche und illegaler Glücksspiele angeklagt, die Pokerräume wurden aus dem Verkehr gezogen. Während es dem weltweit führenden Pokerraum PokerStars nach Kooperationen mit der Justiz gelungen ist, wieder ans Netz zu gehen, kam für Absolute Poker/UB und Full Tilt das Aus. Inzwischen gibt es bekanntermaßen wenigstens in Sachen Full Tilt Poker durch die Übernahme der Tapie-Gruppe wieder Hoffnung, auch wenn die Spieler noch immer auf ihre Guthaben warten. Im Mai stand insbesondere die EPT San Remo 2011 im Mittelpunkt, bei der Max Heinzelmann zum zweiten Mal in 2011 Rang zwei bei einer EPT belegte, unterlag er doch Rupert Elder im Heads-Up. Immerhin gewann Thorsten Schäfer das High Roller Event. In den USA hingegen richtete sich der Blick auf die WPT World Championship, bei der sich Scott Seiver im Main Event und Erik Seidel beim Super High Roller durchsetzen konnten. Ende des Monats konnte Tobias Reinkemeier die Sunday Million gewinnen.

Im Juni und Juli 2011 stand dann das Highlight in Sachen Poker überhaupt an: die World Series of Poker. Bei den zahlreichen Events waren unter anderem Ben Lamb, Jason Mercier, Fabrice Soulier, Maxim Lykov oder auch John Juanda siegreich, während Phil Hellmuth zwar zweite Plätze einfahren konnte, sein 12. WSOP Bracelet musste aber weiterhin warten. Auch deutsche Spieler konnten keinen WSOP Event im Sommer gewinnen, immerhin aber schaffte Pius Heinz den Sprung an den Final Table im November. Im August 2011 konnte der Schweizer Ronny Kaiser bei der EPT Tallinn 2011 triumphieren, während Chino Rheem als erster Gewinner bei einem Epic Poker League Event in die Geschichte eingehen wird. Zu Beginn des Septembers 2011 war es dann der Deutsche Martin Schleich, dem die Schlagzeilen gehörten, konnte er doch die EPT Barcelona 2011 gewinnen. Einen Monat später gab es dann sogar einen doppelten Triumph bei der EPT London. Denn Benny Spindler sicherte sich in der englischen Metropole den Main Event. Philipp Gruissem konnte sich darüber hinaus im High Roller Event in London durchsetzen. Zudem konnte der Schweizer Guillaume Humbert ein Bracelet bei der WSOP Europe 2011 gewinnen. Beim Main Event schaffte es Moritz Kranich in Cannes auf den dritten Rang.

Der November 2011 sollte dann ein Meilenstein in der Geschichte des Pokerns in Deutschland darstellen. Zwar schafften es mit Barry Greenstein und Linda Johnson keine deutschen Spieler in die Hall of Fame, doch Pius Heinz sollte im November dieses Jahres in aller Munde sein. Denn der aus der Nähe von Bonn stammende Student konnte sich am Final Table des WSOP Main Events 2011 durchsetzen. Nicht nur, dass Pius Heinz – wenige Tage vor dem Erfolg neuer Team PokerStars Pro – über 8,7 Millionen US-Dollar gewinnen konnte. Der 22-jährige sorgte mit seinem Triumph im Heads-Up über den Tschechen Martin Staszko dafür, dass selbst in den Nachrichtensendungen der öffentlich-rechtlichen Sender über Poker berichtet wurde. Kaum ein Tag verging im November 2011, ohne dass irgendein Medium über den neuen Volksport berichtete. Im Schatten von Pius Heinz gab es jedoch zum Ende des Jahres weitere deutsche Erfolge wie beispielsweise bei der EPT Prag, bei der sich zwei Wochen vor dem Weihnachtsfest Martin Finger durchsetzen konnte.

In diesem Sinne hofft die Redaktion von Pokerworld24.org auch viele deutschsprachige Erfolge im Jahr 2012, über die wir berichten dürfen.

Autor: M. Böning
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