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WSOP: Bracelets für Tebben, Haydon und Warga – Eduard Scharf Vierter
17.06.2010

WSOP: Bracelets für Tebben, Haydon und Warga – Eduard Scharf Vierter

WSOP: Bracelets für Tebben, Haydon und Warga – Eduard Scharf Vierter

In der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag gab es jede Menge Action im Hotel und Casino Rio in Las Vegas bei der 41. World Series of Poker (WSOP). Bei insgesamt drei Events standen im Laufe des Donnerstagmorgens die Entscheidungen auf dem Programm. In Event 24 siegte der US-Amerikaner Jeffrey Tebben, der erstmals einen WSOP Event gewann. Event 26 sicherte sich William Haydon, während David Warga Event 27 gewinnen konnte. Bei Event 26 schaffte es der Kölner Eduard Scharf auf den vierten Rang – verfehlte aber auch das erste deutsche WSOP-Bracelet 2010. Und auch am 27. Juni wird kein Deutscher mit von der Partie sein, wenn das Tournament of Champions (TOC) über die Bühne geht, denn kein deutscher Spieler wurde erwartungsgemäß in die Top 20 gewählt, die nun veröffentlicht wurden.

Bei Event 24 der WSOP 2010 scheiterte der letzte deutsche Spieler Holger Kanisch bekanntermaßen bereits am Vortag und belegte am Ende Rang 21. In der Nacht zum Donnerstag startete dann der Final Table mit den verbliebenen neun von einstmals 3.289 Spielern des $1.000 No Limit Texas Hold’Em Events. Das finale Heads-Up bestritten hier JD McNamara aus Kanada und Jeffrey Tebben. In der entscheidenden Hand scheiterte der Kanadier mit Jd Jc an Kc 2s , da das Board Ks Ts 8d Kd 7c brachte. Somit blieben McNamara $310.248, während Jeffrey Tebben nicht nur das erste Bracelet seiner Karriere, sondern auch $503.389 gewann.

Event 26 bei der 41. WSOP wurde wieder einmal zu einem Marathon-Event. An dem $2.500 Six Handed No Limit Hold’Em hatten sich insgesamt 1.245 Spieler beteiligt, von denen 15 an die Tische an Tag 3 zurückkehrten.  Am Tag zuvor war Daniel Negreanu als letzter Spieler vom Tisch genommen worden, der damit diesen Event auf Rang 16 beendete. Als erster Spieler in der Nacht zum Donnerstag musste der einfache WSOP Bracelet Gewinner Erik Cajelais aus Kanada bereits nach gut 45 Minuten die Segel streichen. Nach und nach folgten weitere Spieler und nach sieben Stunden Spielzeit waren nur noch fünf Pokerspieler verblieben, so dass ein Ende abzusehen war. Was dann folgte, war jedoch ein langer Fight, dieser verbliebenen fünf Pokerasse, unter denen sich bei Event 26 der WSOP 2010 auch der deutsche Eddy Scharf mittendrin befand.

Fast fünf Stunden dauerte es dann nämlich, bis Jarred Solomon vom Tisch genommen wurde. Somit blieb dem Südafrikaner Rang fünf und eine Siegprämie von $110.903. Gute 20 Minuten später war es dann auch um den Kölner Eduard Scharf geschehen. Mit Qh Jh scheiterte er an Ad Ac von Jeffrey Papola. Immerhin konnte der Bracelet-Gewinner der Jahre 2001 und 2003 nun schon zum 13 Mal in die Preisgeldränge bei der WSOP und fügte seiner Bilanz weitere $163.649 hinzu – mehr als für seine beiden WSOP-Siege zusammen. Später standen sich im Heads-Up William Haydon und Jeffrey Papola gegenüber. Beide waren in ihrem bisherigen Karriereverlauf noch nicht sonderlich in Erscheinung getreten, so dass die beiden um ihr erstes WSOP Bracelet spielten. Haydon ging dabei mit einer 3,5:1 Chipführung ins Heads-Up. Innerhalb weniger Minuten sicherte sich dann Haydon den Sieg, das Bracelet und $630.031, während sich Papola mit $391.068 zufrieden geben musste.

Auch bei Event 27 brauchten die Teilnehmer sehr lange, um den Sieger und die Platzierten zu ermitteln. Von den einst 644 bei diesem WSOP 2010 Wettbewerb gestarteten Spielern kehrten in der Nacht zum Donnerstag noch 23 Spieler an Tag 3 des Events zurück, so dass schon klar war, dass dieser finale Tag des $1.500 Seven Card Stud Hi-Low-8 or Better Events ein wenig dauern würde. Doch nach und nach wurde ein Spieler nach dem anderen eliminiert und so kam es letztendlich zum finalen Heads-Up zwischen David Warga und Maxwell Troy, nachdem David Levi als Dritter eliminiert wurde, und wieder einmal vergeblich auf sein erstes Bracelet hoffte. Der in Israel geborene US-Amerikaner cashte schon zum 25. Mal bei der WSOP, konnte aber bislang keinen Sieg erreichen.

In das entscheidende Duell ging David Warga mit einem klaren 4:1-Chipvorsprung. Somit war klar, dass das Duell nicht lange dauern würde, und Warga sicherte sich auch schon bald das Bracelet – sein zweites - und $208.682 Siegprämie. Maxwell Troy blieben immerhin $129.253. In die 64 bezahlten Preisgeldränge haben es ein paar wenige bekannte Spieler wie Phil Ivey oder Dutch Boyd genauso geschafft wie der Schweizer Daniel Studer, der für Rang 29 ein Preisgeld in Höhe von $4.729 erspielen konnte – sein zweites bei der WSOP 2010 und sein siebtes WSOP-Preisgeld insgesamt.

Event 28 der WSOP 2010, ein $2.500 Pot Limit Omaha Wettbewerb, befand sich am Donnerstagmorgen in Tag 2 von drei Tagen. Insgesamt 596 Teilnehmer waren hier mit von der Partie. Als letzte deutschsprachige Vertreterin scheiterte Sandra Naujoks am Donnerstagmorgen und belegte am Ende Rang 25 ($9.842). Ebenfalls in die 54 bezahlten Ränge schafften es TJ Cloutier, der Sieger von Event 6 der WSOP 2010 Joshua Tieman, Event 21 Gewinner Richard Ashby, sowie der Schweizer Eric Rabl, der für Rang 47 $5.304 gewinnen konnte – sein erstes WSOP-Preisgeld. Das Finale wird hier am morgigen Freitag genauso ohne deutschsprachige Beteiligung über die Bühne gehen, wie Event 29. Bei der $10.000 Limit Hold’Em World Championship sucht man nämlich vergebens nach verbliebenen deutschen Spielern. Um die 16 bezahlten Preisgeldränge mit einem Preispool von $1.607.400 spielen andere Spieler. Verblieben waren hier am Donnerstagmorgen beispielsweise noch Michael Mizrachi, David Baker oder Michael Reed. Andere Größen wie Todd Brunson, Vitaly Lunkin, Vladimir Schmelev oder Barry Greenstein mussten die Segel bereits nach Tag 2 streichen.

Letztgenannter Barry Greenstein darf sich jedoch freuen. Denn er ist einer der Glücklichen, die am 27. Juni am Tournament of Champions (TOC) bei der WSOP teilnehmen darf. Denn die Liste mit den 20 gewählten Pokerspielern ist nun veröffentlicht worden. Die meisten Stimmen erhielten fast erwartungsgemäß Phil Ivey (16.267 Stimmen), Daniel Negreanu (16.239), Doyle Brunson (13.796) und Phil Hellmuth (12.673). Ebenso gewählt wurden Chris Ferguson, Allen Cunningham, Johnny Chan, Scotty Nguyen, Barry Greenstein, John Juanda, Erik Seidel, Huck Seed, Dan Harrington, TJ Cloutier, Sam Farha, Howard Lederer, Greg Raymer, Joe Hachem und Antonio Esfandiari. Ebenso ist auch eine Frau mit von der Partie beim TOC der 41. WSOP am 27. Juni: Jennifer Harmann.

Autor: M. Böning
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