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Die Teilnehmer am Main Event-Final Table der WSOP 2008
08.11.2008

Die Teilnehmer am Main Event-Final Table der WSOP 2008

Die Teilnehmer am Main Event-Final Table der WSOP 2008

Am morgigen Sonntag beginnt die Fortsetzung des World Series of Poker Main Events 2008. 6,844 Spieler kauften sich für das $10,000 Event ein - die verbliebenen 9 Spieler, auch bekannt als November Nine, spielen ab morgen um den Sieg und um die Millionen. Schon der 8.Platz wird mit 1,2 Millionen USD belohnt - für den Sieg gibt es unglaubliche 9,1 Millionen Dollar.

Seat 1: Dennis Phillips - 26.295.000 Chips (Chipleader)

Der Chipleader am Final Table kommt aus Missouri und ist bislang ein Unbekannter in der Pokerszene. Phillips ist Angestellter einer Speditionsfirma und spielt seit mehreren Jahren Poker als Hobby. Er konnte sich für das Main Event durch ein $200 Buy-In Satellite Turnier in seinem Heimatcasino Harrah’s in St. Louis qualifizieren. Der 52jährige hätte sich eine reguläre Teilnahme nicht leisten können. Seine Erfolge bei größeren Turnieren bis heute sind 2 Final Tables beim WSOP Circuit-Event 2007 in Tunica. Dort erreichte er den 7. und den 9. Platz, jeweils im $550 Buy-In No Limit Hold’em.Seine neu gewonnene Bekanntheit durch die Teilnahme am Final Table nutzte der karitativ engagierte Phillips, um Spendengelder für eine Multiple Sklerose Stiftung in seiner Heimatstadt zu sammeln, indem er Werbefläche auf seinem Hemdärmel, dass er am Final Table tragen wird, bei eBay versteigert hat. Die Stiftung kann sich dadurch über eine Spende von $19.350 freuen, die bei Auktionsende das Höchstgebot darstellte.

Seat 2: Craig Marquis - 10.210.000 Chips (8. im Chipcount)

Craig Marquis ist ein Student an der Universität von Arlington in Texas. Der 23jährige hat kaum Live-Turniererfahrung. Bisher spielte er nur Events der letzten und diesjährigen WSOP. 2007 nahm er am $5.000 PLHE teil und belegte den 34. Platz ($14.030), beim $1.000 NLHE erreichte er Platz 30 ($16.133). Bei der WSOP 2008 spielte er bei 17 Events mit, konnte aber nur einmal cashen ($5.596 beim $1.500 NLHE Shoutout). Der Online-Spieler, der als “CraigMarq” bei Full Tilt Poker multitablend im $200/$400 No Limit Cash Game zu Hause ist, spielt erst seit kurzer Zeit. Ein Studienkollege begeisterte den damaligen Handyverkäufer vor 1,5 Jahren für Poker. Er begann mit $2/$4 Cash Game und stieg schnell auf. Anders als zu erwarten qualifizierte sich Marquis nicht über ein Satellite für das Main Event, sondern kaufte sich direkt mit $10.000 ein. Falls er gewinnen sollte, ist er der jüngste Gewinner des Main Events.

Seat 3: Ylon Schwartz - 12.525.000 Chips (5. im Chipcount)

Ylon Schwartz ist ein Spieler, wie er im Buche steht. Mit 13 begann er, sich auf den Straßen von New York mit Schach sein Taschengeld zu verdienen. Kurze Zeit später konnte er schon seinen Lebensunterhalt durch Schach und Backgammon bestreiten. Mit 23 Jahren wurde er Meister des Schachspiels. Ende der neunziger Jahre bemerkt der heute 38jährige, dass er mit Poker mehr Geld verdienen kann als mit Schach und Backgammon und schwenkte um. Er hat seitdem in 30 Live-Turnieren gecasht. Darunter 12 WSOP Events und 7 WPT Turniere. Auch online ist der Freizeitschlagzeuger kein unbeschriebenes Blatt. So konnte er unter dem Screennamen “TenthPlanet” auf PokerStars und FullTiltPoker schon einige Preisgelder einfahren. Zu Vorbereitung auf den November hat er an einigen weiteren Live-Turnieren teilgenommen und macht Bikram Yoga, um seine Konzentrationsfähigkeit zu steigern.

Seat 4: Scott Montgomery - 19.690.000 Chips (3. im Chipcount)

Scott Montgomery ist 26jähriger Kanadier. Er spielt seit vier Jahren Poker und bringt es in dieser kurzen Zeit schon auf über 400.000 Dollar Preisgeld bei Live-Turnieren. Das meiste davon hat er 2008 gewonnen. Es scheint also ein gutes Jahr für ihn zu sein. Sein größter Erfolg gelang ihm bisher mit dem fünften Platz bei einem WPT Event 2008. Bei einer Umfrage unter 1.106 Onlinepokerspielern ist Montgomery klarer Favorit auf den Sieg. In einem Interview gibt sich der Kanadier, mit einem Bachelor in Mathematik, schon recht siegessicher: „Ich werde gewinnen. Ich hab das vom ersten Tag an geplant.”

Seat 5: Darus Suharto - 12.520.000 (6. im Chipcount)

Der Buchhalter aus Toronto, Kanada, hat $80 investiert, um am WSOP Main Event teilnehmen zu können. Er spielte ein Qualifier auf PokerStars und gewann die Teilnahme an einem $650 Satellite. Dieses gewann er ebenfalls und hatte somit einen Sitz im Main Event sicher. Da er jetzt schon mindestens $900.670 Preisgeld sicher hat, waren es gut investierte 80 Dollar. Der 39jährige spielt erst seit 3 Jahren Poker, konnte sich aber schon 2006 durch ein kostenloses Super-Satellite für das WSOP Main Event qualifizieren, dass er auf dem 448 Platz mit $26.389 Preisgeld beendete. Überwiegend spielt der gebürtige Indonesier Poker im Internet, dann hauptsächlich am Wochenende. Im Gegensatz zu vielen anderen Teilnehmern hat Suharto während seines Aufenthalts in Las Vegas an keinem anderen Event der diesjährigen WSOP teilgenommen, sondern lieber Cash Game im Ceasars Palace gespielt.

Seat 6: David ‘Chino’ Rheem - 10.230.000 (7. im Chipcount)

Im Jahr 2005 begann der Kalifornier David Rheem seine Aufmerksamkeit auf Live-Poker Turniere zu richten und hatte dabei einen hervorragenden Start. Seither hat der 28jährige über 700.000 Dollar bei Live-Turnieren gewonnen. Er hat bei der WSOP bereits fünf Mal Preisgelder gewonnen, dabei saß er zwei Mal am Final Table und belegte im Jahr 2006 beim $1.000 No-Limit Texas Holdem w/Re-Buys den zweiten Platz. Beim $5.000 Mixed Holdem Event der WSOP 2008, bei dem der Final Table das “Who Is Who” der internationalen Pokerszene darstellte, belegte er den 5. Platz. An diesem Final Table saßen unter anderem: Erick Lindgren, David Williams, Howard Lederer, Roland de Wolfe und Justin Bonomo. Vor 2005 spielte er in den Kasinos von Florida und lernte von den ehemaligen Kartendealern Robert und Michael “The Grinder” Mizrachi.

Seat 7: Ivan Demidov - 24.400.000 (2. im Chipcount)

Ivan Demidov ist ein semiprofessioneller Pokerspieler aus Moskau, der 2004 seinen Abschluss in Mathematik an der Staatlichen Universität Moskau machte. Er, und auch andere russische Teilnehmer der WSOP 2008, wurden durch den Vorjahreserfolg ihres Landsmannes Alex Kravchenko angespornt. So schmiss der 27jährige mit einem Freund zusammen, um das Startgeld für das Main Event aufzubringen. Der Russe hofft, Kravchenkos 4. Platz im WSOP Main Event von 2007 noch überbieten zu können. Der passionierte Skifahrer und Taucher konnte schon beim diesjährigen $1.000 Dollar No Limit Hold’em-Event der WSOP einen 11. Platz belegen. Dazu kommt ein 3. Platz im Main Event der WSOP Europe mit $608.995 Preisgeld sowie mehrere Cashes bei anderen europäischen Turnieren, die er als Vorbereitung auf “November Nine” spielte. Seine eigentliche Pokerkarriere dauert erst 2 Jahre und er könnte der erste Russe werden, der das Main Event gewinnt.

Seat 8: Kelly Kim - 2.620.000 (9. im Chipcount)

Kelly Kim spielt seit 2003 jedes WSOP Main Event. Das Erreichen des Final Table ist dabei sein bisher größter Erfolg. Dort muß er allerdings im Push or Fold-Modus starten. Bei den Blinds von 120.000/240.000 und 30.000 Ante im Level 33 wird ihm mit seinen restlichen 2,62 Millionen Chips nichts anderes übrig bleiben, als schnell zu verdoppeln oder zu verdreifachen. Aber Kim ist für sein geduldiges Short Stack Spiel bekannt. Konnte sich der 31jährige Kalifornier doch so an den Final Table retten. Er spielte ruhig und überlegt und sah zu, wie 4 andere Teilnehmer vor ihm in der Bubblephase ausschieden und er schließlich seinen Platz unter den letzten 9 Spielern sichern konnte. Kim, online bekannt als “KK”, spielt seit 1995 Poker und ist seit 2003 eine bekannte Größe in der der Pokerszene von Los Angeles, wobei er meistens NLHE Turniere spielt. Seither hat Kim in 35 großen Turnieren Preisgelder gewonnen. Unter anderem zweimal bei der WSOP 2007 und bei acht WPT Events.

Seat 9: Peter Eastgate - 18.375.000 (4. im Chipcount)

Der 22jährige Däne aus Odense spielt auch erst seit 3 Jahren Poker und auch er könnte einer der jüngsten Gewinner aller Zeiten des WSOP Main Events werden. Bevor er sich für “November Nine” qualifizierte, war er in der amerikanischen Pokerszene kaum bekannt. Er konnte bis dato erst 4 Preisgelder bei Turnieren gewinnen, alle ausgetragen in Europa. In Dänemark gehört er aber zur Spitze der Online-Pros. Er verdient seinen Lebensunterhalt mit Cash Game No Limit Hold’em, nachdem er sein Studium der Wirtschaftswissenschaften vorzeitig beendet hat, um sich voll und ganz auf Poker konzentrieren zu können. Nach dem ersten Jahr “break even” fing er an, regelmäßig zu gewinnen und baute sich eine Bankroll auf, die es ihm erlaubt, als Vollzeit Pokerspieler zu leben. Eastgate ist der zweite Däne in der Pokergeschichte, der den WSOP Final Table erreicht und hofft natürlich, dass er der erste dänische WSOP Gewinner werden wird.

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