Alles über Online Pokern
Das letzte Hemd für einen Royal Flush
21.08.2006

Das letzte Hemd für einen Royal Flush

Das letzte Hemd für einen Royal Flush

Es begann mit einem Aprilscherz: Als das irische Wettbüro Paddy Power am 1. April eine Weltmeisterschaft im Strip-Poker ankündigte, hätten nicht einmal die Buchmacher Wetten auf die Idee abgeschlossen. Doch immer mehr stripfreudige Kartenspieler meldeten sich. Am Samstag bat dann das ehrwürdige “Café Royal” an der noblen Londoner Regent Street die Spieler um ihre Einsätze - und das sprichwörtlich letzte Hemd.

Zunächst saßen alle 195 Männer und Frauen mit Shorts, T-Shirts und Baseball-Caps am Tisch - abends schlappten die meisten mit Handtüchern um die Hüften davon. Der Ort des Geschehens ähnelte mit rotem Teppich, Kronleuchtern und golden gestrichenen Wänden an ein Casino; von verruchter Hinterzimmer-Atmosphäre keine Spur.

Ein Australier hatte den längsten Weg, die meisten Spieler kamen aus London. Jeder begann mit 1000 Spiel-Chips und fünf Kleidungsstücken. Waren die Jetons verbraucht, gab es Nachschub nur gegen Kleidung. Christian Rohes Freundin war nicht begeistert, als sich der 25-jährige Sportstudent aus Bielefeld anmeldete. “Sie wollte nicht, dass ich nackte Frauen sehe”, sagte er. Rohe wurde 22. - als bester von sieben Deutschen.

Die 29-jährige Lehrerin Emma, eine der gut 60 Spielerinnen, brachte ihren Freund mit. Eifersüchtig seien sie beide nicht: “Ich gehöre ihm nicht. Wir können machen, was wir wollen”, sagte die Britin in rotem BH und Handtuch. Die Spieler waren ohnehin nur für Sekunden nackt: Fiel das letzte Textil - bei Männern die Unterhose, bei Frauen der BH -, wickelten sie sich hastig ins Handtuch. Der Gewinner, der 32- jährige John Young, strippte auch für einen guten Zweck. Der Londoner, der für seinen Sieg 10 000 Pfund erhielt, ließ nach achtstündigem Wettkampf freiwillig auch die Unterhose fallen: Weitere umgerechnet 15 000 Euro gingen so an die Krebsforschung. Mit 195 Spielern schafften die Buchmacher zugleich einen Weltrekord, der ins Guinnessbuch einziehen soll. Die alte Bestmarke stand seit 1999, als in Estland 104 Spieler starteten - allerdings nackt. Sie zogen nach verlorenen Spielen etwas an.

Je später der Abend in London, desto unaufgeregter die Atmosphäre. Wurden zunächst jede gefallene Unterhose und jeder blanke Busen mit Applaus gefeiert, klickten in späteren Runden nur noch die Jetons. Sieger Young ist übrigens kein Profi - ihn zog der Poker erst vor etwa zwei Jahren an.

VON KATHRIN KLETTE/DPA

Redaktion PokerWorld24.org
Alle Rechte vorbehalten.