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Eddy Scharf gegen das Finanzamt: Poker ein Glücksspiel oder Geschicklichkeit?
20.08.2012

Eddy Scharf gegen das Finanzamt: Poker ein Glücksspiel oder Geschicklichkeit?

Eddy Scharf gegen das Finanzamt: Poker ein Glücksspiel oder Geschicklichkeit?

Seit zahlreichen Jahren kämpfen viele Pokerspieler um die Anerkennung, dass Poker ein Geschicklichkeitsspiel, beziehungsweise Sport ist. Der Staat hingegen spricht vom Pokerspiel als Glücksspiel – genau darum kämpft Eddy Scharf nun gegen das Finanzamt. Da er nämlich Steuern bezahlen soll, will er vor Gericht den Beweis antreten, dass Poker ein Glücksspiel ist. Der Pokerprofi klagt seit dem Jahr 2011 gegen einen Bescheid des Finanzamtes aus dem Jahr 2008. Wie der Spiegel nun berichtet, könnte dieser Prozess noch in diesem Jahr zum Abschluss kommen.

Das Finanzamt vertritt die Auffassung, dass Eddy Scharf – unter anderem im Jahr 2004 15. des Main Events der WSOP ($275k) – das Pokerspiel als gewerbliche Tätigkeit ausführt und damit auch der Versteuerung unterliegt. Da sowohl der Einspruch als auch die Aussetzung der Vollziehung abgelehnt worden war vom Finanzamt, zog Scharf vor das Finanzgericht in Köln. Nach Auffassung der Finanzbehörde ist Poker zwar ein Glücksspiel, doch als erfahrener Spieler könne sich Scharf Vorteile gegen seine Kontrahenten verschaffen. Scharf und sein Verteidiger hingegen wollen bei dem Verfahren unter Beweis stellen, dass es beim Poker am Ende um Glück geht.

Mit der Entscheidung des Finanzgerichts in Köln wird aber nicht nur der Fall Scharf zu den Akten gelegt, sondern es fällt vielleicht ein viel mehr folgenreiches Urteil. Sollte das Gericht nämlich erkennen, dass Poker ein Geschicklichkeitsspiel ist, dürften einige Online Poker Anbieter sicherlich den Schritt unternehmen, um sich die Legalisierung von Online Poker zu sichern. Gibt das Gericht jedoch den Finanzbeamten aus Köln recht, dann hieße das im Umkehrschluss, dass professionelle Pokerspieler auch ihre Verluste geltend machen können. Mit Blick auf den Anteil der Verluste der Pokerspieler dürfte dies den Staat wiederum jedes Jahr eine ordentliche Stange Geld kosten.

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Autor: M. Böning
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